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Pfingsten ist stets Schützenfest


Die Schützen bilden den ältesten Verein in Schauen.1926 wurde der Kleinkaliberschießverein "Tell" gegründet. Wie im Nordharz üblich, konnte jeder Bürger des Ortes Mitglied werden, auch wenn er nicht besonders gut betucht war.
Der Schießverein hatte bei seiner Gründung 27 Mitglieder. Ihr Erkennungszeichen war eine grüne Schirmmütze. Erster Tell-Schütze war Heinrich Heundorf. noch im Herbst 1926 begann Nannie Heundorf mit der Bestickung der Vereinsfahne, die erstmals 1927 gezeigt und von sechs Frauen des Ortes getragen wurde. Diese Fahne steht dem Verein auch noch heute vor.
1926 wurde noch mit der Planung eines 50-Meter-Kleinkaliberschießstandes begonnen, der 1927 eingeweiht wurde. Das Blockhaus mit Grube errichteten Heinrich Heundorf und Wilhelm Saft. Es wurde aber in den 30er Jahren wieder abgerissen und durch einen gemauerten Unterstand ersetzt. Auf dem Wahrberg baute 1927 der Gastwirt Hermann Försterling mit Beteiligung der Brauereiniederlassung Bollmann aus Wasserleben das noch heute attraktive Festzelt. Der Ausschank wurde abwechselnd von den Gastwirtschaften Försterling und Kasten vorgenommen.
Ab 1927 wurde jedes Jahr zu Pfingsten das Schützenfest gefeiert. Der Jugendkönig wurde mit dem Luftgewehr, der Tell-König mit dem Kleinkalibergewehr ausgeschossen. Die beiden ersten Könige, Herrmann Försterling für die Jugend und Heinrich Runge als Schütze, bekamen Ehrenketten, gestiftet von der Käserei Wille. Am zweiten Pfingstsonntag gab es immer ein warmes Festessen. Für Musik zum Tanz spielte stets die Kapelle Gabelmann aus Dardesheim.
1939 gab es das letzte Schützenfest vor dem zweiten Weltkrieg. Dem Schützenbruder Saft ist es zu verdanken, dass die Fahne offiziell als verschollen galt. 1951 wechselte sie zu Werners Haase, sie galt aber trotzdem als verschollen.
Im Jahre 1950 wurde das erste Volksfest nach dem Krieg durchgeführt. Die Initiative hatten Bürgermeister Franz Stefaniak und Werner Haase ergriffen. Marschiert wurde vom Schloss zum Festplatz auf dem Wahrberg ohne Kapelle als lose Formation. Die Teilnahme war gering, aber die ersten Könige wurden dennoch ausgeschossen.
1951 war die Beteiligung schon wesentlich besser. Beim Sammeln vor dem Schloss ernannte Bürgermeister Stefaniak Werner Haase zum Hauptmann. In seiner ersten Rede vor den angetretenen Schauenern verkündete er auch die neue, bis heute noch gültige Anzugsordnung: schwarze Schuhe, schwarze Hose, weißes Hemd, schwarzer Zylinder. Der Zylinder deshalb, weil er in jedem Haushalt (für Beerdigungen) vorhanden war.
Das Volks- und Schützenfest wurde nun wieder nach alter Tradition Pfingsten durchgeführt. Der Kinderkönig wurde mit dem Luftgewehr und der Schützenkönig mit dem Kleinkalibergewehr ausgeschossen. Leider waren zu jener Zeit nicht alle Majestäten bereit, einen Anhänger an die Schützenkette zu heften.
Nach dem Krieg wurde der Schießstand, der allen Anforderungen entsprochen hatte, zerstört. Als in den 50er Jahren die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) in Leben gerufen wurde, gründeten auch die Schauener eine Grundorganisation. Zum Vorsitzenden wurde Hans Wettrau gewählt, der aber kurze Zeit später in den Westen ging. Danach übernahm Eberhard Drewes den Vorsitz.
Auf Initiative von Walter Brüdern bauten die Schützen ihren ersten Schießstand nach dem Krieg. Es war eine nur wenige Quadratmeter große Hütte. Geschossen wurde stehend aufgelegt aus 50 Meter Entfernung.
Weil die Anlage sehr klein und nur umständlich zu bedienen war, wurde beim Kreisvorstand der GST der Bau eines neuen Schießstandes gestellt. Nach mehreren Standortbesichtigungen der Polizei und GST wurde schließlich die Genehmigung erteilt. Initiatoren waren die Kameraden Drewes, Wöhler, Laube, Döppelheuer, Jelinek, Brüdern und Schneider. Der GST-Kreisvorstand war bei der Beschaffung von Material finanziell behilflich. Den Transport übernahm die LPG, bei der die Schützen immer viel Verstündnis gefunden haben.
Die Schützenketten wurden von der Gemeinde finanziert. Das GST-Schild soll übrigens auch in der Zukunft an der Schützenkette verbleiben, da es ein Teil der Geschichte der Schützengesellschaft ist und nur wenige Schützenvereine eine Kette ab 1950 ihr Eigen nennen k&üuml;nnen.
Nach 1958 verschwand die Jugendkette spurlos. Sie wurde später im Osterwiecker Heimatmuseum abgegeben und gelangte so zurück nach Schauen. Seit 1998 ist sie wieder im Besitz der Schützengesellschaft und wird an den besten Jugendschützen vergeben.
In den 70er Jahren gründeten die Schauener Schützen eine Mannschaft, die mit gutem Erfolg an den Fernwettkämpfen teilnahm. Es wurden für einige Schießabzeichen die Bedingungen erfüllt. Die Kameraden Drewes und Wöhler erfüllten die Normen für "Gold".
1974 wurde der Spieß eingeführt. Seine Aufgabe ist es die Ordnung im Schützenzug zu überwachen und bei Verstößen diese ahnden. Der erste Spieß war Joachim Steinert.
1978 versetzte sich Hauptmann Werner Haase in den Ruhestand und bestimmte Peter Sonnauer zum Nachfolger. 1981 wurde zum ersten Mal wieder die Schützenfahne getragen. Die Zeit war nicht spurlos an ihr vorübergegangen, aber alle freuten sich, dass sie noch und wieder da war. 1982 verzog Peter Sonnauer und Lothar Lakaschuss wurde Hauptmann.
Am 1. April 1990 erfolgte die ordentliche Neugründung der Schützengesellschaft Schauen von 1927 e.V. 34 Schauener waren bei dieser Versammlung anwesend. Zum 1. Vereinsvorsitzenden und Hauptmann wurde Lothar Lakaschuss gewählt, zum 2. Vorsitzenden Horst Fischer. Weiterhin gehörten zum Vorstand Reinhard Diedrich, Karl Heinz Fiolka, Ralph Schreinert, Rolf Holland und Joachim Schulz.
1990 übernahm die Schützengesellschaft die Schusswaffen der sich auflösenden GST und kaufte 1992 weitere Waffen von der Treuhandanstalt.
Auf Initiative des Hauptmanns wurde 1990 eine Damengruppe gegründet, die ein Jahr später ihre erste Königin, Ursula Lakaschuss, krönen konnte. Erstes Ziel der Damengruppe war es, Geld für die Fahnenrestaurierung zu sammeln. Am 5. Oktober 1993 kam die Fahne restauriert zurück.
1991 wurde die Klotzkönigsscheibe eingeführt. Der Schlechteste des Königschießen bekommt damit die "schönste Scheibe".
Unterstützt wird die Schützengesellschaft durch die Gemeinde. Sie gewährt eine finanzielle Unterstützung von 1000 Euro im Jahr und stellt das Festzelt kostenlos zu Verfügung.
Beste Schauener Schützen aller Zeiten sind Manfred Dreischarf (dreimal König), Karl-Heinz Fiolka (zweimal König und einmal Klotz-König) und Michael Heindorf (dreimal Klotzkönig).
Seit dem 1. Mai 2004 gehört das Schützenzelt offiziell dem Schützenverein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr als Fußball


Der Sportverein Schauen kann auf eine 50jährige Tradition zurückblicken. 1948 schufen die Gründungsmitglieder Horst Brühning, Reinhold Gröger, Otto Zims und Gustav Pinkanelle die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Traktor. Die ersten Fußballspiele fanden außerhalb des Dorfes in der Mönchswiese gegen Gegner aus dem Kreis Wernigerode statt. Die Spieler der "ersten Stunde" waren Friedrich Barner, Alfred Seifert, Oskar Pohl, Wolfgang Schiwek, Fres Garbe, Horst Neumann, Helmut Dudda, Richard Giersch, Tonndorf, Kurt Radke und andere. Um den Fußball in den Ort zu bringen wurde 1950/51 mit großem Arbeitsaufwand und der Mithilfe der Einwohner Schauens der heutige Sportplatz im Park geschaffen.
Der sportliche Höhepunkt im Fußball war das Jahr 1965 mit dem Aufstieg der Junioren unter dem Trainer Walter Rosenberg in die Bezirksklasse. Die sportlichen Aktivitäten der Fußballer beschränkten sich in den zurückliegenden Jahren auf die Spielklassen Kreisliga und Kreisklasse.
In den Jahren 1980, 1090 und 1997 zogen sich die Schauener Fußballer wegen schlechter Platzierungen aus dem Spielbetrieb zurück. Die punktspiellose Zeit wurde mit Freundschaftsspielen der Alten Herren überbrückt, in der noch einige Junioren von 1965 mitwirken. Den Trainingsbetrieb organisierten von etwa 1968 bis

  1997 Wilfried Großhennig, Dieter Richardt und Wolfgang Steinert. Nachwuchsmannschaften gab es in Schauen nur wenige, da oft die Anzahl der Spieler nicht vorhanden war.
In Schauen wurde aber nicht nur Fußball gespielt. Im Freizeitsport gab es auch noch andere Aktivitäten.
In den 50er Jahren wurde unter der Leitung von Walter Rosenberg Frauenhandball gespielt. Ebenfalls in den 50er Jahren organisierte Kurt Walter nach Fertigstellung des Freibades Schwimmveranstaltungen. 1983 wurde unter der Leitung von Gerd Heinrich und Günter Schoppe eine Tischtennisgruppe aufgestellt. Constance Dudda und Gudrun Prygodda riefen 1986 eine Frauengymnastikgruppe ins Leben.
im Jahre 1990 wurde die BSG Traktor in Sportverein Schauen umbenannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alte Traditionen & Bräuche


Im November 1997 wurde in Schauen der Bürgerverein gegründet. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht alte Traditionen und Bräuche wieder aufleben zu lassen.
Der Verein entstand eher zufällig, denn 1998 war die 1025-Jahr-Feier von Schauen. Zu der Zeit suchte man per Aushang Leute, die dieses einmalige fest mit organisieren sollten. Nachdem die Feierlichkeiten vorbei waren, überlegten die Mitglieder nicht lange und beschlossen in ihrer Runde alte Traditionen und die Heimatpflege weiter zu führen. So bewirkte der Bürgerverein beispielsweise, dass die Schauener heutzutage wieder ein Erntedank- und ein Teichfest jährlich haben. Übrigens war 1998 das erste Erntedankfest seit Jahrzehnten.
Außerdem binden die Mitglieder des Bürgervereins den Maikranz wieder auf alt bewährte Art und Weise und fahren mit ihrer ebenfalls selbstgemachten Erntekrone zum jährlichen Erntekronenwettbewerb. Dort belegte unser kleines Dorf Schauen schon 2 mal den 2. Platz. Vor zwei Jahren war der Bürgerverein besonders erfolgreich - Schauen belegte den ersten Platz beim Erntekronenwettbewerb
Im November ´03 ist das 5-jährige Jubiläum des Bürgervereins gewesen. Der Vorsitzende des Bürgervereins ist Erwin Marchlewsky und seine Stellvertreterin ist Monika Jordan.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regelmäßiges Treffen


Im Februar 1995 wurde in Schauen der Seniorenkreis gegründet. Um die ältesten Bewohner der Gemeinde wurde sich aber auch schon früher gekümmert.
Zu DDR - Zeiten lief das über die Volkssolidarität. Die Finanzierung erfolgte über Beitragsgelder der Mitglieder (50 Pfennige bis 1.50 Mark pro Monat) und Zuschüsse der Gemeinde.
organisiert wurde die Arbeit durch einige Bürger des Ortes. Betreut wurden die Senioren durch die Familien Seifert und Drewes.
Nach der politischen Wende wurden die regelmäßigen Zusammenkünfte bei Kaffe und Kuchen beibehalten, wenngleich nicht mehr unter der Obhut der Volkssolidarität. Die Nachmittage wurden in eigener Regier durch die Wirtin des Ortes und einiger Rentner organisiert. Es erfolgten Kaffeefahrten in den Harz, Adventsfahrten, Weihnachtsfeiern. Beliebt war das gemeinsame Gratulieren zu Geburtstagen und anderes Jubiläen.
Der Seniorenkreis trifft sich heute in Abständen von vier bis sechs Wochen in der Gaststätte bei Kaffee und Kuchen. Aber es gab und gibt weitere Höhepunkte. Dazu gehören der Besuch von Altenheimen, Vorträge über Gesundheit im Alter und der Besuch von kulturellen Veranstaltungen. So nehmen die Schauener Senioren gern an den Festen und Veranstaltungen im Ort teil, sie sind auch gern Gast beim Karneval. Außerdem werden gemeinsame Busfahrten in die nähere Umgebung unternommen.
Die Fäden der Seniorenarbeit haben heute Christa Schiwek und Karl-Heinz Fiolka in den Händen. Unterstützung gibt es aber auch durch die Gemeinde, die jedes Jahr 1000 Euro bereitstellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hasen fast ausgestorben


Um 1850 war die Jagd in Schauen dem Baron vorbehalten. Später wurde der Schauener Wald zum Jagen aufgeteilt. Die Bauern durften auf der Südseite jagen, Baron und Gut im nördlichen Teil.
Vor 1962 war jeder Ort für sich jagdmäßig organisiert. Es wurde vorwiegend Hasenjagd betrieben. Fast täglich gingen die Weidmänner los. Bei großen Hasenjagden brachten sie stets zwischen 300 und 500 Hasen zur Strecke. Doch blieb davon nur jeder fünfte Hase für die Schützen, der Rest musste abgeliefert werden.
Nach 1962 arbeiteten Berßel und Schauen zusammen, es wurde eine Jagdgesellschaft gegründet. Franz Stefaniak fungierte als Waffenstützpunktleiter und hatte den Vorsitz der Jagdgruppe Schauen bis Ende der 70er Jahre. Weitere Mitglieder aus Schauen waren Eberhard Drewes, Heinrich Döppelheuer, Heinrich Schwannecke, Horst Heinemann, Horst Lubinetzki, Andreas Breiting und Jürgen Fischer.
Seit der deutschen Einheit ist die Jagd an Grund und Boden gebunden. Dafür müssen die Jäger einen Pachtzins zahlen. Mitglieder der jetzigen Jagdgesellschaft Schauen sind Heinrich Döppelheuer, Andreas Breiting, Jürgen Fischer, Horst Heinemann, Heinrich Voigt und Eberhard Drewes. Nachwuchs ist eher rar, weil die heutige Jagd mit sehr hohen Kosten verbunden ist.
Der Wildbestand der Gemarkung ist in den zurückliegenden Jahren zurückgegangen. Allein durch den zugenommenen Autoverkehr werden alljährlich 10 bis 14 Stück Rehwild getötet. Doch es sind auch die gegenüber DDR - Zeiten veränderten Ackerkulturen, die für weniger Wild sorgen. So sind Wildschweine rar geworden. Beim Niederwild kann man heute schon den Ausdruck "ausgestorben" gebrauchen.
Nach der Wende wurde ein Hegering gebildet. Dazu gehört Schauen mit den Orten Berßel, Danstedt, Dardesheim und Zilly.
Die Schauener Jäger arbeiten auch viel in ihrer Gemarkung. Fütterungen werden gebaut, Ansitzeinrichtungen errichtet, vereinzelt Neuanpflanzungen vorgenommen. Im Winter werden Tiere gefüttert, wenn hoher Schnee oder starker Frost die Nahrungssuche sehr erschweren.

 

 

 

 


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